Vorwort:
Zugegeben, die meisten der alten Sorten, die ich anbaue, sind von
vorne herein etwas resistenter gegen Braunfäule (Kann natürlich auch
Einbildung sein), aber seitdem ich 2001 auf die alten Tomatensorten
umgestiegen bin, habe ich im Freilandanbau von Tomaten immer gute
Erträge. Wenn die Braunfäule überhaupt einsetzt, habe ich schon den
ersten Teil der Tomaten abgeerntet. Aber trotzdem mache auch ich etwas
gegen diese wohl schlimmste Tomatenkrankheit.
Was ist Braunfäule?
Braunfäule ist eine Pilzkrankheit, die ähnlich wie der Fusspilz bei
Bananen sehr oft bei Auftreten von zu viel Wasser entsteht.
Hauptüberträger ist wohl die Kartoffel. Auf den Blättern bilden sich
braune Flecken, die sich schnell vermehren, die Früchte angreifen und
die Pflanze sterben lassen.
Vorbeugende Maßnahmen:
1. Eine der einfachsten Massnahmen ist natürlich ein
Tomatengewächshaus, das die Feuchtigkeit von den Tomaten fern hält.
Die Chance, das so geschützte Tomaten Braunfäule bekommen, ist geringer.
Wir nutzen so etwas allerdings nicht, sondern bauen unter freiem Himmel
an, die Tomaten werden kräftiger, größer, farbiger und geschmackvoller.
2. Die Tomaten möglichst weit entfernt von Kartoffeln anbauen,
Kartoffeln sind der Träger dieses Pilzes.
3. Wir bauen immer nur 2 Reihen nebeneinander an, danach wird ca. 80-90
cm Platz gelassen, so kann sich die Krankheit nicht so schnell weiter
übertragen und der Wind kommt zum Trocknen besser zwischen die Pflanzen.
4. Der Boden wird gemulcht, damit der Regen nicht aufprallt und zurück
an die Pflanze spritzt. Mulchen ist auch in Trockenzeiten gut um das
Wasser zu halten.
5. Tomaten nie von oben gießen.
6. Alle Blätter bis zum 1. Blütenansatz werden radikal entfernt, gut für
die Durchlüftung und es wird regelmäßig ausgegeizt.
Alle bisherigen Tipps haben schon einen langen Bart... dann mal 2 Tipps,
die Ihr nicht überall lest...
7. Spritzen mit Schachtelhalmbrühe
Schachtelhalmbrühe ist vorbeugend gegen Pilzkrankheiten. Die vorhandene
Kieselsäure macht die Pflanzen einfach widerstandsfähiger. Ein Rezept
kann ich nicht geben, ich nehme 1kg Schachtelhalm auf einen Eimer
Wasser, lasse das ganze 1 Tag stehen und dann wird es 30 min abgekocht
und nach 2-3 Tagen gespritzt. Ich nutze diese Brühe regelmäßig.
8. Spritzen mit Brennesseljauche
Die Brennesseljauche hat nur den Zweck, die Pflanzen zu stärken. Sie
wird als Mittel gegen Schädlinge angepriesen, meines Erachtens ist es
einfach nur ein Naturdünger, der die Pflanzen kräftigt und damit
unempfindlicher gegen alle Krankheiten macht.
Einen Eimer fest mit Brennesseln füllen, Wasser drauf, Deckel drauf und
ab in die Sonne. Alle 2 Tage mal rühren und stinken lassen. Nach 10 - 14
Tagen kann verdünnt gespritzt werden.
Der Geruch vertreibt bestimmt Schädlinge, Fakt ist nur, die Jauche
stärkt die Pflanze, alles andere kann ich nicht beschwören.
Und wenn alles nicht hilft:
Kupferkalt aus dem nächsten Baumarkt zum Spritzen nutzen... Beschreibung
liegt bei
Nachahmung des Artikels wie immer auf eigene
Gefahr!
|